Mein imkerliches Selbstverständnis
In meiner Hobbyimkererei habe ich 2022 mit der Bienenhaltung begonnen; nachdem 2 Jahre zuvor ein Schwarm in unseren Garten eingezogen war, habe ich dieses als schicksalhaftes Zeichen gesehen. Tatsächlich interessierte ich mich schon lange für Bienen, bevor ich schließlich mit einem einjährigen Kurs zur naturnahen Bienenhaltung und einem kleinen Nachschwarm mit der Imkerei anfing.
Mir ist es wichtig, den Bienenorganismus als seelische Einheit zu sehen, d. h. die Bienen bauen im Naturwabenbau ihre Zellen so, wie sie es brauchen, mit Arbeiterinnen- und Drohnenzellen. Letztere haben eine ganz individuelle Bedeutung für den Bien und werden bei mir - im Gegensatz zu manch konventioneller Imkerei- nicht herausgeschnitten. Den Bienen ihre Natürlichkeit zu lassen, durch das Ausschwitzen von Wachsplättchen - ein natürlicher Vorgang bei jeder Arbeiterin - eigene Waben zu bauen, bedeutet, dass weniger Honig eingetragen wird, als bei dem Verwenden von vorgefertigten Mittelwänden. Das von den Bienen im Naturwabenbau hergestellte Wachs ist zudem rein und nicht belastet durch sich womöglich über Jahre angereicherte Rückstände, z B. Pestizide, wie in aus älterem Wachs hergestellten Mittelwänden.
Auch verzichte ich auf eine künstliche Königinnenzucht, sondern arbeite mit dem natürlichen Schwarmtrieb des Biens, d.h. das Bienenvolk entscheidet selber, wann es sich vermehren will und wann das Altvolk den Stock verlässt.
Die Bienen leben in Holzbeuten (Dadant), die ein grosses Brutnest ermöglichen. Sie überwintern auf eigenen Honigvorräten und werden ggf. noch mit Biozucker zugefüttert, dem Kräuterzusätze mit Demeter-Präperaten beigefügt werden. Die Varroabehandlung führe ich konsequent sehr bienenschonend mit Oxalsäure durch. Honigräume setze ich erst bei den Bienenvölkern auf, wenn sie ausreichend eigene Vorräte angelegt haben.
So steht das Wohl der Bienen bei mir an oberster Stelle.