Imkerei 

Immen-Zauber

Willkommen auf den Seiten meiner Hobbyimkerei! Gerne möchte ich mit Dir den Zauber der Bienen teilen und über die Honigbienen und meine Betriebsweise in der Imkerei informieren.

Die Honigbienen und ihr Zauber

Was ist es eigentlich, was an der Honigbiene so fasziniert? Was ist es eigentlich, was mich an der Honigbiene, - der Apis mellifera - oder auch aus dem plattdeutschen  - der Imme - so fasziniert? 
Für mich heisst das Leben mit Bienen, jeden Tag von ihnen neu zu lernen, jeden Tag sie aufs Neue zu bewundern und ehrfürchtig zu sein vor dem Wunder der Schöpfung. Mit den Bienen zu leben, heisst zunächst auch, sehr achtsam mit der Natur zu werden, etwa darauf zu achten, in welcher Reihenfolge welche Pflanze blüht. Es heisst auch, mit dem Wechsel der Jahreszeiten zu leben und zu erkennen, dass sich das Bienenjahr fein aufgliedert in zehn phänomenologische Jahreszeiten, Entwicklungsstadien mit jeweils eigener Stimmung und Atmosphäre.
Wer einer einzelnen Biene beim Schlüpfen zuschauen kann, ist fasziniert von ihrem perfektem Aussehen, dem weichen, flauschigem Pelz und der Tatsache, dass sie schon nach sehr kurzer Zeit ihre Aufgaben als Putz- und Ammenbiene übernehmen kann. 

Überhaupt fasziniert mich die Biene im einzelnen, ihre Schönheit und ihre Flugkünste, wenn sie als Sammlerin zunächst aus dem Stock hoch in die Lüfte schiesst, mit Fleiss und Eifer Blüte für Blüte anfliegend, um dann zielsicher zum Bienenstock zurückzufliegen, am Stand der Sonne orientiert - mit einem Sinn für Magnetismus und einer genauen Ortskenntnis ausgestattet.  
Und wer ist nicht von Ehrfurcht erfüllt, einer Biene bei ihren letzten Aufgaben im Leben zuzuschauen?  Wie sie schließlich mit abgewetztem Pelz und eingerissenen Flügeln der schwierigsten Aufgabe nachkommt, dem Wasserholen für ihr Volk, bei dem sie schließlich ihr Leben lässt und nicht in den Stock zurückkehrt?
Aber auch wenn jede einzelne Biene als Tier so viele faszinierende Eigenschaften mit sich bringt, z. b. sogar träumen kann oder im Dunkel des Bienenstocks über Wabentänze ihren Schwestern wichtige Informationen über Trachtquellen geben kann, so ist die Einheit der Bienen, der sogenannte Bien, das für mich eigentlich Zauberhafte. Der Bien ist der Bienenorganismus als Ganzes mit allen Bienen: Königin, Arbeiterinnen mit ihren wechselnden Aufgaben und Drohen, die zusammen eine seelische Einheit bilden, die jede für sich einzigartig ist. 
Jeder Bien hat sein eigenes Wesen, seine eigene Stockluft, seinen eigenen Honigduft- und Geschmack. 
Der Bien vermehrt sich über den natürlichen Schwarmtrieb, indem gut die Hälfte der Bienen mit der alten Königin auszieht und dem sich verjüngenen Volk Waben, Brut und wertvolle Vorräte zurücklässt, um ins Ungewisse mit dem Ziel des Neuanfangs fortzufliegen - nur mit dem für wenige Tage reichendem Vorrat in den gefüllten Honigmägen.
Gerade in Notsituationen zeigt sich der grosse Zusammenhalt des Biens: Erleiden Bienen Hunger, werden Vorräte komplett geteilt, um das Überleben des gesamten Organismus zu ermöglichen. Im Bien nimmt keine Biene der anderen etwas weg, alles wird geteilt. 
Im eiskalten Winter wärmt sich das in der Wintertraube eng sitzende Bienenvolk durch pure Muskelkraft (Zittern) jeder einzelnen Biene, wobei die Temperatur konstant zwischen 20 C° und 30 C° gehalten wird. 
Der Bien als komplexer, seelischer Organismus zeigt einen funktionierenden Zusammenhalt, eine Strategie des Überlebens der Biene seit mehr als 50 Millionen Jahren.
Umso dramatischer erscheint das nun weltweite Bienen-, besonders auch Wildbienensterben, das globale Insektensterben insgesamt, das im Zusammenhang mit dem starken Einsatz von Pestiziden - wie Glyphosat -  der industrialisierten Landwirtschaft, der Ausbreitung gentechnisch-manipulierter Pflanzen und dem Vernichten von Lebensräumen steht!

"Und im verbrennenden Wachs in der Kerze haben die Leute früher etwas geahnt, was da hinauf fliegt zum Himmel, was in ihrem eigenen Leibe ist. Das war ihnen etwas, was sie zur besonderen Andacht gestimmt hat und was sie wiederum dazu geführt hat, die Biene als ein besonders heiliges Tier zu betrachten, weil die etwas bereitet, was eigentlich der Mensch fortwährend selber in sich bereiten muss. Und daher ist es schon so: In je ältere Zeiten wir kommen, desto mehr finden wir, dass die Leute Ehrfurcht dem ganzen Bienenwesen entgegengebracht haben." 
Rudolf Steiner, 1923